Wie geht es früher in Rente?

24, Februar 2016
Christian Wille

Rente mit 67 Jahren – das ist für viele Arbeitnehmer wenig attraktiv. Wie geht es also früher in Rente? Wer nicht bis zum gesetzlich vorgeschriebenen Rentenalter arbeiten möchte, hat verschiedene Möglichkeiten, das Berufsleben vorzeitig zu verlassen oder zumindest kürzer zu treten:

  • den Vorruhestand
  • die Altersteilzeit
  • das Lebensarbeitszeitkonto

Früher in Rente – mit Rentenabschlägen

In der Regel können Arbeitnehmer den Vorruhestand ab dem 58. Lebensjahr beginnen – sofern sie mit dem Arbeitgeber eine Vorruhestandsregelung getroffen haben.
Doch Vorruheständler müssen mit Rentenabschläge rechnen! Jeder Monat vorzeitiger Inanspruchnahme mindert die Renten um 0,3 % – und zwar dauerhaft für den gesamten Ruhestand.

Teilrente senkt die Rentenabschläge im Vorruhestand

Die Rentenabschläge im Vorruhestand lassen sich durch die Auszahlung einer Teilrente senken. Das funktioniert so: Der Arbeitnehmer bezieht einen Teil der Rente – z. B. ein Drittel oder die Hälfte – und stockt den Rest mit Teilzeitarbeit auf. Bei einer Ein-Drittel-Teilrente beispielsweise betrifft auch der Rentenabschlag nur ein Drittel der Altersrente. Die restlichen zwei Drittel der Altersrente werden ab dem gesetzlichen Renteneintrittsalter ohne Rentenabschläge ausbezahlt.

Tel. 0800 – 956 56 56

Jetzt kostenfrei anrufen und beraten lassen!

Altersteilzeit – en bloc oder verteilt?

Die Altersteilzeit ermöglicht es, den Vorruhestand vollkommen flexibel zu gestalten. Sie bietet die Möglichkeit eines gleitenden Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand – und dies ohne hohe Rentenabschläge. Die Voraussetzung ist allerdings, dass der Arbeitnehmer mindestens 55 Jahre alt ist und während der 5 Jahre vor dem Beginn der Altersteilzeit mindestens 1080 Tage (36 Monate) sozialversicherungspflichtig beschäftigt war.

Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Varianten der Altersteilzeit:

  • Das Blockmodell

Bei dieser Form der Altersteilzeit arbeitet der Arbeitnehmer die erste Hälfte der Altersteilzeit im regulär vereinbarten Umfang weiter. In der zweiten Hälfte ist er von der Arbeit freigestellt.

  • Das Teilzeitmodell

Der Arbeitnehmer arbeitet bis zum Bezug der gesetzlichen Rente nur noch die Hälfte seiner bisherigen Arbeitszeit. Dieses Modell bietet verschiedene Optionen: Man kann halbtags arbeiten, aber auch täglich, wöchentlich, monatlich oder saisonal zwischen Arbeit und Freizeit wechseln.

Ob Block- oder Teilzeitmodell – der Arbeitnehmer erhält 50 % seines Gehalts bzw. Lohns plus eine Aufstockung durch den Arbeitgeber. Diese beträgt mindestens 20 % des Regelarbeitsentgelts! Außerdem werden die Rentenversicherungsbeiträge in der Regel für 80 % des Regelarbeitsentgelts vom Arbeitgeber weiterbezahlt. Die Aufstockungsbeträge sind grundsätzlich sozialversicherungs- und steuerfrei, werden allerdings bei der Steuererklärung für die Ermittlung des Steuersatzes berücksichtigt. Das heißt ganz praktisch: Es kann dazu kommen, dass sich der Steuersatz erhöht und das Finanzamt Nachzahlungen einfordert. Bei Rückfragen hierzu wenden Sie sich bitte an Ihr Finanzamt.

Tel. 0800 – 956 56 56

Jetzt kostenfrei anrufen und beraten lassen!

Zustimmung des Arbeitgebers vorausgesetzt

Da es keinen gesetzlichen Rechtsanspruch auf einen vorzeitigen Ruhestand gibt, setzt der gleitende Übergang in die Rente die Zustimmung des Arbeitgebers voraus. Meist regeln Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen, ob und welche Modelle angeboten werden. Darüber hinaus kann man sich bei der Personalabteilung des eigenen Unternehmens über die individuellen Möglichkeiten informieren.

Früher in Rente mit dem Lebensarbeitszeitkonto

Die dritte Option früher in Rente zu gehen, bietet ein Lebensarbeitszeitkonto. Der Arbeitgeber richtet für seine Arbeitnehmer ein Lebensarbeitszeitkonto (auch Flexi- oder Zeitwertkonto genannt) ein. Neben Arbeitszeit, z. B. Überstunden, nicht genommene Urlaubstage – in Euro umgerechnet, können auf diesem Konto auch Gehaltsbestandteile, wie Weihnachtsgeld, Prämien etc., angespart werden. Diese Beiträge werden in einer Rentenversicherung angelegt. Damit lässt sich beispielsweise eine vorzeitige Freistellung oder Arbeitszeitreduzierung finanzieren. Das Arbeitsverhältnis bleibt weiterhin bestehen. Der Arbeitnehmer erhält also weiterhin sein Arbeitsentgelt und bleibt sozialversichert.

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.